Monster-Mediziner

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Monster-Mediziner

Helmut F. Kaplan

Tierärzte, die sowohl „Haustiere“ als auch „Nutztiere“ betreuen, wechseln dauernd zwischen der Rolle des verantwortungsvollen Mediziners und des skrupellosen Verbrechers: Die einen Tiere werden geheilt, die anderen zwecks maximaler Ausbeutung hemmungslos manipuliert und mißbraucht.

Gerade einem Arzt kann es doch unmöglich entgehen, daß die Tiere, die er je nach Auftragslage entweder heilt oder quält, als Ergebnis einer Evolution alle glücksfähige, leidensfähige, liebesbedürftige Wesen sind. Der Weg, der dem Normalbürger verdrängungsmäßig (wenngleich unter akrobatischen Verrenkungen) offensteht – bestimmte Tiere sind halt von Natur aus für den Menschen da und daher ist das auch für sie irgendwie alles in Ordnung -, ist ja einem Arzt, es sei denn, er ist völlig verrückt, versperrt.

Es erhebt sich die Frage: Wie muß ein Mensch eigentlich moralisch beschaffen sein, um das auszuhalten? Meine These: Diese Monster-Mediziner schaffen das nur mit einer extrem hohen Dauerdosis weltanschaulicher, vor allem religiöser Realitätsverleugnung: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, er wurde nach Gottes Ebenbild erschaffen, die Tiere wurden für den Menschen geschaffen usw. Für diese These spricht auch, daß die meisten dieser Auftragsheiler- und Mörder in Personalunion naturgemäß im ländlichen Raum agieren. Und hier sind die christlichen Wahnideen, genauer: die speziesistisch pervertierten Lehren Christi, ja noch in ihrer reinsten und gefährlichsten Form vorhanden.